Mediencommuniqué Windisch, 19.06.2016

6'000 an atomkritischer Demo
Erfolgreiche Kundgebung «Menschenstrom gegen Atom»

Am Sonntag haben 6'000 Personen dem Wetter getrotzt und nahmen an der gesamtschweizerischen Grosskundgebung «Menschenstrom gegen Atom» in der Region Brugg (AG) teil. Die Besucherinnen und Besucher reisten aus der ganzen Schweiz und dem benachbarten Ausland, insbesondere Süddeutschland und Österreich an.

«Der Menschenstrom 2016 war ein voller Erfolg», freut sich Mitorganisator Leo Scherer. Das Wetter habe zwar nicht wunschgemäss mitgespielt – dennoch nutzte die atomkritische Bewegung den Anlass, um ihren Unmut und ihr Unverständnis gegenüber der Atomlobby zu demonstrieren. «Das ist ein starkes Signal an die Atomwirtschaft, an die Behörden und an die Politik», zieht Scherer sein Fazit. «Diese Botschaft muss erhört und im Herbst bei der Abstimmung über die Atomausstiegsinitiative deutlich bekräftigt werden.»

Menschenstrom gegen Atom 2016 Regula Rytz, Präsidentin der Grünen Schweiz sieht die Grosskundgebung ebenfalls als eigentlichen Auftakt zur Abstimmungskampagne: «Die Atomkraft verstopft den erneuerbaren Energien die Leitung, auch der Wasserkraft.» Der geordnete Atomausstieg schaffe die nötige Planungssicherheit für die Energiewende. Die Zeichen stünden gut, zeigt sich Rytz zuversichtlich: «Wir werden den Durchbruch schaffen. Wir wollen die gefährliche alte Technologie wegräumen, damit die neuen Produktionsverfahren Platz haben, rentieren können und in der Schweiz tausende von Arbeitsplätzen schaffen und sichern.»

Die Energiestrategie 2050, wie sie derzeit in den Eidg. Räten beraten wird, beinhalte zwar viel Positives, jedoch weise sie in zentralen Punkten entscheidende Lücken auf. Es gebe keine einzige Regelung für das Abschalten der bestehenden Atomkraftwerke, monierte Kaspar Schuler, Geschäftsführer der Allianz Atomausstieg. «Sogar die von der Atomaufsicht geforderten gesetzlichen Verbesserungen hat das Parlament abgelehnt. Es liegt deshalb an uns, an der Bevölkerung, den Atomausstieg verbindlich, geordnet und mit Sicherheit einzuleiten.»

Bunte, familienfreundliche Grosskundgebung

Der vierte «Menschenstrom gegen Atom» hat bereits am Sonntagmorgen als eigentlicher Sternmarsch über drei unterschiedlich anspruchsvolle Wanderrouten in der Region des AKW Beznau – dem ältesten Atommeiler der Welt – begonnen. Über 60 atomkritische Umwelt- und Friedensorganisationen, medizinische und kirchliche Kreise haben zu der familienfreundlichen Demonstration mit Schlusskundgebung im Amphitheater Windisch/Brugg aufgerufen. Im Mittelpunkt stand die Forderungen nach der sofortigen und definitiven Ausserbetriebnahme des AKW Beznau I.

In dessen sicherheitstechnischem Herzstück - in den Wänden des Reaktordruckbehälters – wurden letztes Jahr 925 Schwachstellen entdeckt. Trotz ungeklärter Ursachen und laufender Untersuchungen beabsichtigt die Betreiberin Axpo den Reaktor Beznau I Ende Jahr wieder in Betrieb zu nehmen.

Volksabstimmung im Herbst: JA zum geordneten Atomausstieg

2016 ist ein energiepolitisch zentrales Jahr: voraussichtlich am 27. November 2016 wird die Schweizer Bevölkerung über die Eidg. Volksinitiative «für den geordneten Atomausstieg» abstimmen. Dieses Volksbegehren schreibt die Ausserbetriebnahme der Reaktoren von Beznau im Jahr 2017 fest und setzt den gesamten Atomausstieg durch die Festsetzung maximaler Laufzeiten von 45 Jahren in geordneter Art und Weise bis 2029 um.

Damit ergänzt die Initiative «für den geordneten Atomausstieg» die kurz vor Abschluss der parlamentarischen Beratung stehende Energiestrategie 2050 aufs Beste. Denn in dieser fehlen genau jene Etappen, welche die Kantone und Gemeinden mit ihren 700 Elektrizitätswerken benötigen. Die Volksinitiative verschafft dem Umstieg auf die erneuerbare Energieversorgung die nötige Planungs- und Investitionssicherheit.


Alle Details zur gesamtschweizerischen Kundgebung «Menschenstrom gegen Atom» sind zu finden unter www.menschenstrom.chh

Bilder unter www.menschenstrom.ch/fotos

Für weitere Auskünfte stehen zur Verfügung: • Leo Scherer, +41 78 720 48 36 • Kaspar Schuler, +41 79 702 86 52
MenschenStrom gegen Atom | Postfach | 8021 Zürich 1 info@menschenstrom.ch | www.menschenstrom.ch

 

 

Die Allianz Thurgau «Nein zu neuen AKW» wird zur Allianz Thurgau «Atomausstieg»»

Die Politik hat nach dem Supergau von 2011 in Fukushima beschlossen, keine neuen Atomkraftwerke mehr in der Schweiz zu bauen. Dieser Entscheid ist solide. Deshalb ist die primäre Zielsetzung des Vereins Allianz Thurgau "Nein-zu-neuen-AKW" erreicht.

Der Verein hat sich neu orientiert und die Zielsetzung geschärft: Er will den definitiven Ausstieg aus der Atomstromproduktion und setzt sich deshalb für definitive Laufzeitbeschränkungen der AKWs in der Schweiz ein. Entsprechend wurden die Statuten aktualisiert

Unterstützung der Atomausstiegsinitiative

Die Mitglieder der Thurgau Allianz Atomausstieg haben zudem beschlossen, die Atomausstiegsinitiative der Grünen Partei Schweiz zu unterstützen. Diese sollte im Herbst 2016 zur Abstimmung gelangen.

PressemappeMärz16z.pdfAllianzThurgauStatuten.pdf

An der Pressekonferenz vom 16. März referierten diese Vorstandsmitglieder:

vlnr: Meo Sauter, Stefan Leuthold, Kurt Egger, Urs Oberholzer, Elisabeth Rickenbach, Edith Graf-Litscher und Toni Kappeler

 

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